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Liebe Fliegerfreunde,

im Februar 2006 fand auf dem Flugplatz Ramstein ein Sicherheitsmeeting statt, zu welchem alle Vorstände der Flugsportvereine in Rheinland-Pfalz eingeladen waren.

Haupttagespunkt war die Diskussion über die  Vermeidung von Zusammenstössen von Militär und Privat Flugzeugen und die Abwendung einer TMZ sowie einer Kontrollzone (Luftraum C).

Nachfolgend die wichtigsten Dokument und Karten, die wir von der US-Airforce erhalten haben sowie das Anschreiben des Luftsportverbandes Rheinland Pfalz an die Vereine.

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Brief vom Luftsportverband Rheinland Pfalz an die Vereine

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  Liebe Fliegerkameradinnen, liebe Fliegerkameraden,

 

vor ca. einen Monat fand eine Zusammenkunft der in direkter Nachbarschaft von Ramstein liegenden Vereine mit Vertretern der amerikanischen Streitkräfte, des Amtes für Flugsicherung der Bundeswehr und der DFS in Ramstein statt. Anbei übersenden wir Euch

  • eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Gesprächs
  • eine Karte der Problembereiche
  • ein Faxformular zur Bekanntgabe von Flugbetrieb in der Umgebung von Ramstein. (befindet sich in der Flugleitung auf dem Flugplatz Kusel-Langenbach)

Wir bitten Euch, von dem Angebot der amerikanischen Streitkräfte zur Kontaktaufnahme in Eurem eigenen Interesse regen Gebrauch zu machen, um gefährliche Begegnungen oder gar Zusammenstöße, die keiner will, zu vermeiden (Es bedroht uns sonst eine TMZ oder gar Luftraum C).

Die amerikanischen Streitkräfte haben bei der Zusammenkunft ihr besonderes Interesse geäußert, Vertreter zu Vorträgen in den Vereinen zu entsenden. Der LFV Grünstadt hat letzte Woche dieses Angebot schon angenommen und positive Erfahrungen gesammelt. Wir bitten also alle Vereine, hiervon im Rahmen von Aktivenversammlungen umgehenden und regen Gebrauch zu machen. Die Geschäftsstelle des Luftsportverbandes Rheinland-Pfalz leitet Eure Terminwünsche gerne an die entsprechenden Dienststellen weiter. Gerne nehmen auch Kameraden aus unserem Vorstand daran teil.

Ich wünsche allen eine unfallfreie Flugsaison.

Ernst Eymann

 

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Brennpunkt Luftraum Ramstein

In den zurückliegenden Monaten wurden von USAF Besatzungen beim Anflug auf Ramstein Air Base sechs Sichtungsmeldungen anderer Luftfahrzeuge gemacht. Während des IFR-Anfluges auf die Landebahn 27 kam es zu Annäherungen durch andere Luftfahrzeuge, die von den Besatzungen nicht verhindert werden konnten und das Sicherheitsempfinden deutlich verletzten. Durch die Verlagerung des Flugbetriebes der Rhein-Main Air Base nach Ramstein kommt es dort vermehrt zu Instrumentenanflügen mit Großraumflugzeugen C 5 Galaxy, B 747 Jumbo Jet, DC 10 usw.  Jährlich gibt es in Ramstein 37.000 Flugbewegungen mit den unterschiedlichsten Flugzeugtypen.

Auf Vorschlag des Amtes für Flugsicherung der Bundeswehr fand am 06.05.2005 ein Informationsabend des militärischen Flugsicherungspersonals von Ramstein Air Base, Vertretern der DFS Deutsche Flugsicherung, der Luftsportverbände Rheinland-Pfalz und Saarland sowie der umliegenden Vereine statt. Alle waren sich einig, dass der Flugsicherheit höchste Priorität eingeräumt und versucht werden muss, die Probleme im Rahmen der derzeitigen Luftraumstruktur zu lösen, um allen Luftraumnutzern gerecht zu werden.

Zu diesem Zweck wurden verschiedene Einzelmaßnahmen vereinbart, deren Erfolg in einem weiteren Gespräch zum Ende der Segelflugsaison 2005 besprochen werden soll.

Die Empfehlungen an die allgemeine Luftfahrt und den Luftsport umfassen:

    1.Aufforderung an alle VFR Piloten, den Transponder, sofern an Bord, auch unterhalb 5.000 ft unbedingt mit Mode A/C 0021 (VFR) einzuschalten.

Das Einschalten des Transponders ermöglicht der Anflugkontrolle eine frühzeitige und kontinuierliche Information. Zusätzliche Sicherheit bieten TCAS/ACAS-Systeme, die in den Transportflugzeugen der USAF eingebaut sind und den Code 0021 (VFR) empfangen.

    2.Umliegende Landeplätze/Segelfluggelände informieren Ramstein Air Base per Fax (Tel.-Nr. 06371 – 47-9488) bei Aufnahme ihres Flugbetriebs über Art und Umfang (Motor-, Motorsegler-, Segelflug, UL-, Gleitschirm- und Drachenflug).

Mit dieser Information wird das Lagebild für die Flugleitung in Ramstein Air Base komplettiert und auch auf den Flugbetrieb hingewiesen, der ohne Transponder und vor allen Dingen aufgrund der thermischen Bedingungen mit dem ihm typischen Flugverhalten (Flug ohne Motor) unterwegs ist.

    3.Die Anflugkeulen der Ramstein AirBase (auf der beiliegenden Karte gelb schrafiert) sind für alle Teilnehmer am Luftverkehr Gefahrenbereiche und müssen mit äußerster Umsicht unter sorgfältiger Einhaltung der VFR -Bedingungen beflogen werden.

Das Kreuzen eines Anflugsektors im rechten Winkel zur Anflugrichtung möglichst oberhalb der kritischen Höhen ist „Good Airmanship“, da dies die gegenseitige visuelle Wahrnehmung erleichtert, Konflikten vorbeugt und im Regelfall die schnellste Möglichkeit ist, einen Sektor zu durchfliegen. Segelflugzeuge sollten im Bereich der An- und Abflugrouten auf das Kreisen im Aufwind möglichst verzichten oder bei absoluter Notwendigkeit Ramstein Tower bzw. Ground Control Approach informieren (s.u. P. 4.)

Der Anflug auf Ramstein beginnt im Westen beim Anflugpunkt „MAPIG“ (22 NM  40 km westlich von Ramstein, fast identisch mit dem Segelflugplatz Marpingen) und im Osten beim Anflugpunkt „FRANK“ (17 NM 32 km von Ramstein bei der Ortschaft Frankenstein). Die Anflugpunkte werden in mindestens 5.000 ft MSL (1.500 m NN) verlassen. Sowohl seitliche als auch Höhenabweichungen vom Gleitpfad sind üblich. Über ATIS (124.275 MHz) kann die aktive Landebahn und damit die Anflugrichtung (bei 27 von Osten über FRANK, bei 09 von Westen über MAPIG) erfahren werden. - Ein weiterer Knotenpunkt ist „PIVOT“ nahe dem Segelflugplatz Essweiler, der allerdings nur bei VFR -Übungsflügen von den in Ramstein stationierten Piloten für den An- und Abflug genutzt wird.

    4.Wenn irgend möglich, soll nahe Ramstein CTR mit Ramstein Tower (133,20 MHz) bzw. Ground Control Approach „GCA“ (129,05 MHz) Kontakt aufgenommen werden zur Information über den geplanten Flugweg (nur in englischer Sprache möglich).

Eine direkte Information der Flugleitung in Ramstein per Sprechfunk (leider nur in englischer Sprache möglich) bildet eine weitere Möglichkeit, den Luftverkehr rund um Ramstein für alle Beteiligten sicherer zu machen. Bei Annäherung an die Anflugsektoren bzw. Anflugpunkte im Höhenband GND - bis 5.000 ft. MSL (Boden bis ~ 1.500 m NN) ist es ausreichend, an “Ramstein Tower” oder “GCA” den beabsichtigten Flugweg mitzuteilen, wie z.B. „D-1686 Glider, 15 NM East at 3.500 ft, crossing extended center line from north to south in 5 minutes“.

      Achtung: auch eine Information in „broken English“ ist für Ramstein Tower oder GCA wertvoll!!
      Daher keine falsche Scheu !!

  • 5.Schematische Veröffentlichung der IFR-Anflugverfahren auf Ramstein Air Base zur besseren Information der VFR-Piloten,

Mit der Veröffentlichung der Anflugverfahren geben wir allen Piloten der Allgemeinen Luftfahrt die Möglichkeit, sich über die Hauptanflugstrecken zu informieren. Wetterbedingt erfolgen 70 – 80 % der Anflüge nach Ramstein von Osten kommend. Beachtet werden muss, dass die Großraumflugzeuge auch unter guten Sichtflugbedingungen nach IFR fliegen und gewaltige Wirbelschleppen erzeugen, die hinter dem Flugzeug absinken und nach Lee versetzt werden.

Mit einem erhöhten Bewusstsein über die Notwendigkeit der Information für alle Teilnehmer am Flugbetrieb kann der Luftraum rund um Ramstein sicherer gemacht werden, ohne dass es zum Einschreiten der Flugsicherung mit neuen Luftraumrestriktionen kommen muss. Auch die Controller und ständig in Ramstein stationierten Piloten werden bzgl. des Flugbetriebs an den umliegenden Segelflug- und Landeplätzen gebrieft. Die seit dem 11.09.2001 ausgesetzten gegenseitigen Besuche wurden im letzten Jahr vom Aero Club Saar wiederbelebt. Auch bei der USAF herrscht großes Interesse daran, die Nachbarplätze zu besuchen und sich im Rahmen der guten Nachbarschaft über Probleme gegenseitig zu informieren. Daher wurden sowohl von den beiden angrenzenden Landesverbänden als auch von der USAF Einladungen für gegenseitige Besuche ausgesprochen.

Alle Luftsportler – Motor- und Motorsegelflieger, UL-Flieger, Drachen-, Gleitschirm- und Segelflieger – sowie alle Piloten der Allgemeinen Luftfahrt werden eindringlich aufgefordert, Flüge in der Umgebung von Ramstein unter Beachtung der o.g. Hinweise sowie mit guter Vorbereitung und besonderer Umsicht vorzunehmen, um das Risiko einer gefährlichen Begegnung zu minimieren.

 

Anflug Ramstein Air Base

Jeppesen-Anflugkarte-Ramste
ILS-RWY-09-und-27-Ramstein

Beim ILS Approach handelt es sich um einen Präzisionsanflug. Nach dem Verlassen des IAF (Frank oder Mapig) behält das Flugzeug seine Höhe bei, bis es den Gleitpfad schneidet und dann mit einem kontinuierlichen Winkel von 3° bis zum Aufsetzen fliegt. Die Genauigkeit in horizontaler und vertikaler Richtung sind sehr gut. Die Abweichung wird den Piloten auf einem Zeigerinstrument dargestellt und führt zu Landungen und ist geeignet für extrem schlechte Wetterbedingungen. Das Verfahren ist bei 300 Fuss Wolkenuntergrenze und 800 m Flugsicht zugelassen. Die Flugzeuge bewegen sich typ- und gewichtsabhängig in Bereichen von 130 -170 Kts.

Instrumentenabfluege

Instrumenten Abflüge unterliegen in der Regel einer minimalen Steigleistung von 200ft per NM. Für die Abflüge nach Osten werden höhere Werte bis zum erreichen von 1500 AGL gefordert.
Üblicherweise will ein Transportflugzeug möglichst zügig auf seine Reiseflughöhe damit es kostengünstig operieren kann. In dieser Flugphase  ist das Flugzeug langsam mit hohem Anstellwinkel unterwegs und die Sicht nach vorne und unten limitiert.

 

Holdings-und-Vectoring

Holdings werden etabliert um eine Anflugreihenfolge zu gewährleisten.
Vectoring verwendet alle möglichen Richtungen um ein Flugzeug möglichst zügig auf den Endanflug zu bringen. Die Endanflugpunkte sind ein wichtiger Punkt in der IFR Fliegerei, ähnlich unserer Position, ab der in sehr engen Grenzen geflogen werden muss.

 

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TACAN-RWY-09-und-27-Ramstei

TACAN Anflüge fallen in die Kategorie NON Precision Approaches was bedeutet, das die Anflüge nur unter besseren Wetterbedingungen geflogen werden können.
Ein grundsätzlicher Unterschied zum ILS liegt im Gleitweg. Nach dem Verlassen des Anflugpunktes ist die Sinkrate in Grenzen frei wählbar, die Minimumhöhe die für das Verfahren festgelegt wurde, darf aber bis zur visuellen Identifizierung der Landebahn nicht unterschritten werden.
Deshalb ist eine präzise Höhenangabe für einen spezifischen Punkt entlang der Flugroute nicht kalkulierbar, sondern nur ein Höhenband. Die Wetterminima sind 600 Fuss und 2000m. Bei schlechteren Bedingungen gibt es in Ramstein die Möglichkeit den Anflug mit Radarunterstützung vom Boden(GCA)  durchzuführen, dann gelten die Wetterminima wie beim ILS Anflug.
Der Aufsetzpunkt wird häufig unter einem seitlichen Winkel angeflogen.

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